Sonntag, 14. Februar 2016

Gedichte: Liebe und Sehnsucht


Passend zum Valentinstag dachte ich mir, diese beiden Gedichte beitragen zu können. Seltsam, zu welch geistigen Ergüssen die Liebe doch führt... Obwohl ich kaum Gedichte schreibe... Meine ersten und bisher einzigen Liebesgedichte - während einer Zeit der Sehnsucht an meinen Mann geschrieben...

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Wie die Sonnenzeit nach der Wintersruh hast du mein Herz für dich gewonnen.
Schützend in des Knospens Armen hältst du es und spendest Leben.
Aus dem Erdenreich entflohen, rückgezogen, abgeschworen, halb von Menschenhand zerronnen,
Hast du unser beider Schicksal aufgefangen, festgehalten und auch mir dein Herz gegeben.

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Es ist still, mein Herz zieht Kreise.
In dem Strome der Gedanken
Geht es sehnsuchtsvoll auf Reise,
Dass die Angstmomente wanken.

Wandert durch die schmalen Gänge
Tief hinab und in die Dunkelheit.
Wirft sich mutig, herzlos in die Fänge,
In die Wellen, durch der Ströme Ewigkeit.

Nun hat es zu dir gefunden,
Schließt die Augen, legt die Arme um dich
Du schließt all die offenen Wunden
Lächelst still und sagst, du liebst mich.


Donnerstag, 11. Februar 2016

Nachdenkliches: Richtig oder Falsch


Aus dem Moment heraus - irgendwie. Sag mir, was es bedeutet.


Wenn die Mauern der Realität auf mich einstürzen,
Darf ich dann gehen? Oder muss ich ausharren,
Bis auch der letzte Stein zu meinen Füßen liegt?

Wenn ich das Richtige fühle, aber das Falsche
denke, wann tue ich dann, was richtig ist? Wann
weiß ich, was richtig ist - und was falsch?

Du sagst, du fühlst dich krank und kaputt.
Ich bin schon lange todgeweiht, sage ich.
Du merkst es bloß nicht.

Du sagst, ich brauche Hilfe, damit alles richtig wird.
Ich hätte gerne Hilfe, flüstere ich.
Nur kann ich nicht schreien.

Du schreist, sie kommt nicht von allein.
Ich warte bis sie mich findet, weine ich.
Ich kann doch nicht schreien, bin gebunden.

Ich frage dich: Was kann ich tun?
Existieren die Grenzlinien wirklich
Oder sind sie nur eine Ausgeburt meines Verstands.

Bitte sage mir: Ist es schlecht, zu zweifeln?
Ist meine Verzweiflung nur ein dummer Traum
Oder tatsächlich ein stummer Hilfeschrei.

Ich möchte von dir wissen: Warum bist du noch hier?
Denke ich wirklich das Falsche und sollte lieber
Dem richtigen Gefühl vertrauen und bleiben.

Antworte mir: Sind diese Gedanken echt?
Soll ich darauf vertrauen, was bleibt oder was kommt,
Selbst wenn es mich nie findet.

Du bleibst stumm.
Und die Mauern bröckeln weiter.
Und ich gehe nicht.


Dienstag, 9. Februar 2016

Deine, meine, unsere Fantasy-Welt Teil 1: Setting und Schöpfung - Dos und Don'ts


Welt entdecken

Ich habe bereits darüber gesprochen, wie ich vor dem Schreiben vorgehe, um Plot und Charaktere zu entwickeln [Von der Idee zum (fertigen) Konzept].
Nun ist es natürlich etwas schwierig, ohne Setting einen Plot für ein Projekt zu entwerfen. Wie kann ich wissen, wohin der Protagonist als nächstes geht und was er dort tut, wenn ich die Welt nicht vor Augen habe? Und determiniert die Welt dabei den Plot oder kann ich sie beliebig anpassen, wie ich sie gerade in meiner Geschichte und für eine spannende Handlung brauche? Was muss ich alles beachten, wenn ich eine eigene Welt mit all ihren Instanzen, Bewohnern und Naturgesetzen plane?

Das sind so die Fragen, die ich mir gestellt habe und auf die ich versuche eine Antwort zu finden, indem ich wieder einmal meine Gedanken niederschreibe und reflektiere, wie ich vorgehe. Da ich vorwiegend in Fantasy-Welten schreibe, wird es auch hauptsächlich um diese gehen - die gegebene Welt kann zwar ebenfalls verändert werden und die Geschichte darum kreisen, aber da sie Regeln folgt, die fest in unseren Köpfen sind, muss man sie irgendwie daran anpassen und ist nicht ganz so frei wie in der eigens erfundenen Welt.
Aber auch nicht ganz so allein und verloren...



Setting - Ort der Handlung festlegen


Stell dir vor:
Plötzlich wirst du in eine Umgebung hineinkatapultiert, die dir vollkommen fremd ist. Zuerst siehst du vielleicht eine Stadt, nicht weit entfernt, mit hohen Mauern und Türmen, links davon mächtige Berge, die in der Ferne mit dem Himmel verschmelzen; das Land davor und bis zur Stadt ist offen und leicht hügelig. Das klingt doch recht vertrauenerweckend und du verlässt deine Position auf der Hügelkuppe und schreitest mutigen Schrittes in Richtung Stadt - schließlich weißt du, dass du in einer fremden Welt bist und bist hergekommen, um diese zu erforschen.

Anders verhält es sich vielleicht in diesem Setting:
Deine Augen gewöhnen sich nur langsam an die Dunkelheit, die sich wie ein Mantel um dich gelegt hat und dir die Luft zum Atmen nimmt. Allmählich erkennst du gezackte Felsspitzen vor dir, siehst steinerne Wände und hörst ein stetes Tropfen von irgendwo her, das um dich herum wiederhallt. Du bist in einer finsteren Höhle, doch bist du auch hier nicht allein. Von überall wispern leise Stimmen, du spürst Gestalten umher schleichen und weißt, dass ihre Augen auf dich gerichtet sind.

Zwei unterschiedliche Szenen, aber mit beiden verfolge ich dieselbe Aussage: Wenn du in einer fremden Welt ankommst, ist das erste, was du aufnimmst und siehst, deine Umgebung: Die Landschaft, die Natur und vielleicht auch schon einige Bewohner. Genau das plane ich zuerst oder anders gesagt: Ich wähle den Ort für meine Geschichte. Das kann ein recht einfaches, ländliches Gebiet sein mit einigen Dörfern und einer Hauptstadt oder eine Wüste, Miene, ein arktisches Schneegebiet... Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wenn die die Idee zu einer Geschichte hast, ist dieses Setting meistens auch schon darin beinhaltet. Denkst du dir beispielsweise die Geschichte einer verschleppten Prinzessin aus, stellst du dir im selben Atemzug vor, wohin sie verschleppt wird. Dann fängst du an, die Umgebung zu beschreiben: Die Lage innerhalb der Welt oder eines Landes, die Vegetation, klimatische Bedingungen, besondere Orte, die du später auch in deine Geschichte einbringen möchtest, und vieles mehr.
Wie weitläufig und umfangreich du planst, ist dir überlassen. Ich plane meistens die Grunddaten meines Settings und trage die restlichen Informationen während des Schreibens zusammen. Das mache ich, weil ich beim Schreiben der Geschichte meistens ein viel besseres Gefühl für die Umgebung bekomme.

Was du allerdings nicht tun solltest: Die ganze Geschichte nur auf dem Setting aufbauen, wenn es nicht mit zumindest einer vernetzenden, handlungstragenden Idee verbunden ist. Mit einer Idee oder einem Konzept ist immer auch ein Grundgedanke verbunden und der sollte nicht unbedingt von der Tatsache abhängig gemacht werden, dass du unbedingt mal eine Geschichte schreiben wolltest, die zum Beispiel in einem alten Schloss (alias Zauberschule) spielt. Das kann als Impuls dienen, sollte dann aber in der Ideenfindung eingebunden werden.


Völker und Geschöpfe selbst entwickeln: Worauf du achten solltest


Nun, du hast dich also mutig und voller Forscherdrang in die Stadt am Berg begeben. Du betrachtest die Mauern, Türme und Häuser und notierst dir alles in dein gedankliches Notizbuch (wenn du tatsächlich ein Notizbuch dabei hast, ist das natürlich genauso gut). Natürlich begegnest du auch den ersten Bewohnern dieser eindrucksvollen Stadt: Flügelschwingend verstreuen sie bei jeder Bewegung bunten Feenstaub, jeder von ihnen hat sechs Arme und du kannst dich gar nicht entscheiden, wie du den vielen verschiedenen Augenfarben auch nur eine passende Bezeichnung geben kannst. Der kühle Wind macht ihnen augenscheinlich nichts aus, denn sie sind nur leicht bekleidet und die Oberkörper der Männer sind sogar nackt. Sie stehen ziellos in der Gegend herum, anstatt sich mit irgendetwas zu beschäftigen, etwas zu essen oder zu arbeiten (obwohl du darüber eigentlich ganz froh bist, denn so singen und tanzen sie wenigstens nicht...).
Das ändert sich schlagartig, als du in ihre Mitte trittst und dich etwas verlegen umsiehst. Von einem Moment auf den anderen kommt Leben in die ganze Stadt und der Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit - bist du. Lachend kommt eine ganze Gruppe auf dich zu, verstreut dabei ihren Feenstaub und nimmt dich ohne Umschweife in ihre Mitte. Verdattert stemmst du dich gegen ihre starken sechs Arme, doch natürlich hast du keine Chance. Erst, als sie dir munter erklären, du wärst die auserwählte Königin, auf die sie schon so lange gewartet haben, wirst du hellhörig. Du möchtest wissen, warum gerade du auserwählt worden bist, da jeder der geflügelten Menschen eigentlich um ein Vielfaches stärker und schöner ist. Und immerhin ist das hier ihre Heimat und nicht deine. Sie lachen nur und zeigen dir den Garten des Schlosses. Du hinterfragst ihr seltsames Verhalten erneut und sie führen dich durch einen wahrhaftigen Circus aus magischen Wesen und Tieren aller Art. Die gehören dir, sagen sie. Du kannst sie nach Belieben benutzen.
Träge geworden lässt du dich also mitschleifen und auf einen Thron in einem riesigen Saal setzen. Die Flügelmänner gehen den Prinzen holen, den du heiraten sollst, und lassen dich kurz allein.
Das alles hier kommt dir äußerst unlogisch vor und du spielst auch einen Moment mit dem Gedanken, in deine Welt zurückzukehren. Andererseits ist dieser Thron außerordentlich bequem.

Kam das jetzt überraschend? Hast du mit normalen Menschen gerechnet, die ihrer Arbeit nachgehen, und auf den ersten Blick nichts Magisches an sich haben? Fragst du dich gerade, warum du plötzlich zur Königin ernannt worden bist? Oder wie ein Geschöpf so viele unnütze Eigenschaften und Körperteile auf einmal besitzen kann? Dabei ist es doch so bequem, alle Mittel hemmungslos zu nutzen, die dir zur Verfügung stehen...

Was wir aus diesem Beispiel gelernt haben:
    Krone
  • Überraschungen sind gut. Wenn du den Leser mit etwas konfrontierst, womit er nicht gerechnet hat, ist das spannend. Allerdings solltest du es nicht übertreiben und ihm eine Kultur oder eine Instanz präsentieren, bei der ihr nur genervt die Augen verdreht oder nicht mehr nachvollziehen kann, worum es eigentlich geht.
  • Schmeiße bei der Entwicklung deines eigenen Volks nicht mit Eigenschaften um dich. Und auch nicht mit zusätzlichen Gliedmaßen. Vor allem dann nicht, wenn diese überhaupt nicht mit der Lebensweise deiner Schöpfung zusammenpassen.
  • Statte ein Volk nicht nur mit Stärken und positiven Eigenschaften aus, sondern lass sie auch Schwächen und Probleme bewältigen. Das ist nicht nur authentischer, sondern auch spannender.
  • Gebe der Gesellschaft eine Struktur. Überlege dir, was deine Schöpfung außerhalb deines Handlungsstrangs macht. Um beim Thema der Authentizität zu bleiben: Jede Gesellschaft ist in irgendeiner Form organisiert, ob nun gut oder schlecht (beides bietet Potential).
  • Hinterfrage deine eigenen Entscheidungen und lass dich nicht einfach auf dem Thron über deiner Schöpfung nieder. Von dieser Position aus könntest du zwar alles durchsetzen, was dir gerade so einfällt, aber:
  • Versuche, logisch zu bleiben.


Zurück in der Höhle:
Immer noch stehst du wie angewurzelt da und schielst mit langsam wachsender Panik nach allen Seiten. Die Stimmen kommen näher, werden lauter und verstummen oder entfernen sich, bevor du ihre Besitzer im Zwielicht ausmachen kannst. Tapsige Schritte auf feuchtem Stein.
Schließlich schleicht sich eines der Wesen näher an dich heran und offenbart sein Aussehen, indem es in den Lichtstrahl tritt, der durch einen Spalt in der Höhlendecke dringt. Runde, schwarze Augen starren dich an. Das gnomähnliche Geschöpf ist spärlich mit borstigen Fellbüscheln bedeckt, die darunter leichenblasse Haut zeigen. Es bewegt sich auf allen Vieren, obwohl es Arme und Beine wie du hat. Doch es lauert am Boden auf jede deiner Bewegungen.
Vor Schreck ziehst du scharf die Luft ein und stolperst einen Schritt zurück. Du bist dir sicher: Jetzt ist es aus mit dir. Du bist am falschen Ort zur falschen Zeit gelandet. Diese Geschöpfe der Nacht werden dich bei lebendigem Leib verspeisen.
Plötzlich, durch die hastige Bewegung, fällt dir etwas aus der Tasche: Ein Blaubeermuffin, den du noch als Proviant eingesteckt hast (und wenn nicht, habe ich ihn dir halt in die Tasche geschmuggelt - es geht ums Prinzip!). Mit einem Satz stürzt sich der Höhlen-Gnom-Mensch auf den unbekannten Gegenstand, schnüffelt kurz daran und beißt schließlich herzhaft hinein. Etwas angeekelt von den schmatzenden Geräuschen siehst du verblüfft dabei zu, wie er den ganzen Muffin verspeist. Als er dann zu dir aufblickt, den Mund mit Blaubeersaft verschmiert und noch einige Krümel am Kinn, schleicht sich ein seliges Lächeln auf sein hässliches Gesicht. Der Gnom stößt einen kehligen Schrei aus, Worte in einer dir fremden Sprache, wie du feststellst. Denn plötzlich bist du von der ganzen Horde umringt. Ihr Anführer hüpft auf dich zu und du widerstehst dem Drang, zurückzuweichen. Ganz behutsam deutet er mit einem seiner langen Finger auf deine Tasche und haucht ein einzelnes Wort. Obwohl du ihn nicht verstehen kannst, liest du eines ganz deutlich in seinen Augen und in denen der anderen Gnome - ein Gefühl, das dir selbst nicht ganz fremd ist: Ein nicht zu unterdrückendes Verlangen nach Blaubeermuffins.

Was wir aus diesem Beispiel zu unserer Liste hinzufügen können:
Lupe

  • Noch einmal: Überraschungen sind gut. Sei kreativ und orientiere dich nicht ausschließlich an den Normen und Vorgaben bereits existierender fantastischer Völker.
  • Passe dein so selbst entwickeltes Volk an seine Lebensweise an, sowohl im Aussehen als auch in ihren Verhaltensweisen.
  • Zeichne sie durch etwas aus, das ihr Handeln begründet. Das kann wie in diesem Beispiel ganz einfach die Vorliebe für irgendein Lebensmittel sein.
  • Gehe sparsam und bedacht mit anatomischen Veränderungen und besonderen Eigenschaften um. Begründe diese für dich selbst.
  • Denke daran, dass es schwer zu erklären ist, warum alle Völker und Geschöpfe deiner Fantasy-Welt ein und dieselbe Sprache sprechen sollten. Du musst und sollst auch nicht für jedes Volk ein eigenes Sprachsystem entwickeln. Ich begnüge mich damit, einige fremde Wörter aufzunehmen und andere Sprachen und Dialekte in der Geschichte mittels der Gedanken des Protagonisten auszudrücken. Wenn du eine ganze Sprache selbst entwickelst und die dann auch noch praktisch funktioniert: Respekt!
  • Sei nicht die statische Königin, für die von ihrem Thron aus alles möglich ist, sondern der dynamische, kritische Forscher.

Diese beiden Beispiele sind natürlich absichtlich übertrieben dargestellt und sehr gegensätzlich formuliert. Es ging mir wie gesagt erstmal nur um das Prinzip, die Dos und Don'ts anschaulich darzustellen - kein Anspruch auf Vollständigkeit!

Fortsetzung folgt...

Montag, 8. Februar 2016

Liebster Award - Antworten, Fragen und Nominierungen

Liebster Award Logo

  • Danke dem Blogger, der dich nominiert hat. 
  • Verlinke den Blogger, der dich nominiert hat. 
  • Füge eines der Liebster-Award-Buttons in deinen Beitrag ein. 
  • Beantworte die dir gestellten Fragen. 
  • Erstelle 11 neue Fragen für die Blogger, die du nominierst. 
  • Nominiere neue Blogs. 
  • Informiere die Blogger über einen Kommentar, dass du sie nominiert hast.


Ich habe vorher nicht gewusst, dass dieser Award existiert und war freudig überrascht, als ich von Sarah nominiert worden bin. Vielen Dank! Ich stelle mich sehr gerne deinen Fragen.

1. Wenn du einen Tag allein für dich hast, was machst du dann neben dem Bloggen und Lesen?
Die Frage ist einfach zu beantworten: Das, was ich am liebsten mache - schreiben. Ob nun weiter an meinem aktuellen Projekt oder einfach nur ein paar Ideen sammeln, Konzepte entwerfen oder nach Inspiration suchen - die Zeit, einen ganzen Tag, kann ich sehr gut gebrauchen. Um den Kopf zwischendurch frei zu bekommen, würde ich mit meinem Mann spazieren gehen, am liebsten in den Wald. Und bevor ich das alles richtig genießen kann, wäre der Tag wahrscheinlich auch schon wieder vorbei...

2. Auch eine aktuelle Diskussion: Was ist besser, Print oder E-Book?
Hm, wenn ich E-Books lesen würde, könnte ich das besser einschätzen. Für mich hat sich bisher nie die Gelegenheit ergeben, ein E-Book zu erwerben. Ich würde aber nicht prinzipiell sagen, dass sie deshalb schlechter sind als "richtige" Bücher. Im Grunde steht in einem Buch, das sowohl gedruckt als auch als elektronische Ausgabe erschienen ist, dasselbe drin - egal, ob auf Papier oder auf einem Bildschirm. Das sind einfach zwei unterschiedliche Leseverhalten bzw. -vorlieben, da ist weder das eine noch das andere besser oder schlechter, wenn man nur das Buch an sich betrachtet.

3. Lieber Kaffee oder Tee?
Die Frage, vor der ich mich am meisten gefürchtet habe. Ja, ich gebe es zu: Ich vertrage kein Koffein. Wenn ich meinen Kaffee nicht zur Hälfte mit Milch auffülle, springt mein Herz im wahrsten Sinne des Wortes im Kreis, mir wird schwindelig und ich verspüre ein seltsam surreales Gefühl... Und selbst mit viel Milch ist das manchmal so. Trotzdem trinke ich Kaffee, weil er mir schmeckt und mich wachhält (auch mit Nebenwirkungen). Genauso gerne wie Tee. Wenn ich mich für eines der beiden Getränke entscheiden müsste, fiele die Wahl wohl auf Tee. Den vertrage ich viel besser.

4. Was ist das Verrückteste oder Außergewöhnlichste, das du je gemacht hast?
Für ein halbes Jahr nach Marokko zu fliegen. Zu einem mir völlig Fremden. Und nach diesem halben Jahr mit diesem nicht-mehr-Fremden nach Deutschland zurückzukehren und ihn bis heute und für alle Ewigkeit meinen Mann nennen zu dürfen.
Jeder, der mich persönlich kennt, würde mir zustimmen, dass niemand so eine Aktion von mir erwartet hätte. Dafür war ich schon immer viel zu vorsichtig, misstrauisch und vor allem introvertiert. Tja, was die Liebe so mit den Menschen anstellt...

5. Was ist die wichtigste Eigenschaft eines Unternehmers oder Selbstständigen?
Eine schwierige Frage. Ich würde sagen, es kommt auf das Gesamtpaket an und dann wiederum auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen visionärer Begeisterung und reflektierten Überlegungen. Man sollte voll und ganz hinter seiner Idee stehen, sich aber auch die Grenzen der eigenen Möglichkeiten eingestehen sowie bedacht und mit der Fähigkeit zur Umsetzung von Kritik vorgehen. Außerdem darf man nicht so schnell aufgeben und man muss mutig sein.

6. Wie lautet deine Message, was möchtest du in der Welt verbreiten?
Oh, da würden mir viele lehrreiche Weisheiten und Sprüche einfallen, denen ich mich anschließen würde. Stattdessen versuche ich es mal mit meinem selbst entwickelten Motto: "Das Ganze, durch das Prisma betrachtet, spaltet sich in viele kleinere Aspekte. Plötzlich wirkt es größer und farbiger als zuvor - und bleibt dennoch ein und dasselbe."
Jeder verstehe darunter, was er für richtig hält.

7. Wenn die Welt nur noch einen Tag existieren würde - was würdest du tun?
Eigentlich ist das ja ziemlich egal. Am nächsten Tag würde sich keiner mehr dran erinnern. Und am nächsten Tag hätte ich auch nichts mehr von dem, was ich an diesem letzten Tag getan habe. Man handelt und schafft doch jeden Tag nur, um die Wirkung später zu erfahren. Deshalb kann man nur eines tun, wenn die Welt nur noch einen Tag existiert (und man das auch weiß, ansonsten würde sich die Frage erübrigen). Nein, ich meine nicht, schreiend im Kreis rennen und eine Panikattacke bekommen (obwohl...), sondern die letzten Momente genießen und etwas tun, das zumindest kurzweilig Freude bereitet. Ich würde wohl mit meinem Mann unser noch übrig gebliebenes Geld raushauen, um nach Schottland oder Island zu fliegen, die Erde noch einmal genießen und kurz vor deren Ende den sanften Tod durch Gift oder dergleichen einer Zerstückelung vorziehen.

8. Wie weit bestimmt das Bloggen deine Wahrnehmung im Alltag?
Ich blogge ja noch nicht so lange und habe auch noch keine großartigen Erfolge zu verzeichnen. Deshalb sind die Auswirkungen noch nicht so groß, bis auf manche Momente, in denen ich mir gewisse Szenen als lustig formulierten Blogpost vorstelle. Auf das Schreiben bezogen, um das es auf meinem Blog auch geht, bestimmt es eigentlich meine gesamte Wahrnehmung. Immerzu arbeitet es in meinem Kopf, ich spinne meine Projekte weiter, werfe einen kritischen Blick auf einige Logikfragen... Die Liste wäre endlos. Oft träume ich auch einfach vor mich hin, um mir Situationen auszumalen und in fernen Welten zu treiben.

9. Gibt es Dinge, die du ohne deinen Blog nicht erreicht oder erlebt hättest? Welche sind das?
Siehe oben, ich blogge noch nicht so lange. Allerdings habe ich mich bereits in der kurzen Zeit viel mit anderen Schreiberlingen ausgetauscht, Schreibtipps gelesen und andere Blogs über das Schreiben gefunden, wie noch nie zuvor (bin eher jemand, der still für sich allein im Zimmer sitzt und schreibt). Ich mache mir auch mehr Gedanken über meine Art und Weise zu schreiben. Außerdem konnte ich mir inzwischen tägliche Schreibzeiten zulegen, die mich bisher in meinem Projekt enorm vorangebracht haben.

10. Was sind deine Marotten/Macken, die dich umso liebenswürdiger machen?
Haha, ob sie mich liebenswürdiger machen, weiß ich nicht. Man kann aber auf jeden Fall festhalten, dass ich bestimmte soziale Ängste habe, die mir das tägliche Leben nicht gerade erleichtern. Das fängt beim ganz normalen Rausgehen ohne Bedenken an und gipfelt in meiner Unfähigkeit, Kontakte zu knüpfen und ein normales Gespräch bzw. Smalltalk zu führen ohne jede Sekunde fieberhaft zu überlegen, was ich wohl sagen soll. Das sollte und wollte ich eigentlich nicht hierhin schreiben, es ist aber definitiv meine größte Macke. Als liebenswürdig würde ich sie nicht unbedingt bezeichnen, denn mich stellt sie jeden Tag vor neue Herausforderungen, aber ich kann mir vorstellen, dass ich auf andere Menschen manchmal ziemlich verpeilt, schüchtern, verschlossen und ungeschickt wirke.

11. Was ist für dich das Wichtigste im Leben? Das können Familie, Freunde, Werte, aber auch materielle Güter sein.
Puh, letzte Frage. Das ist anstrengender als ich dachte, macht aber auf jeden Fall Spaß und gibt Anregungen, mal über etwas anderes zu schreiben. Also natürlich ist mir das Schreiben und das ich dieses ausleben kann sehr wichtig, weiterhin mein Mann und natürlich auch der Rest meiner Familie.

So, das waren ja mal interessante Fragen, die Sarah sich da ausgedacht hat. :)
Nun zu meinen Fragen, die ich mir gerade willkürlich ausgedacht habe in stundenlanger Arbeit analysiert und mit empirischen Befunden entwickelt habe. :D


  1. Welche Vorurteile haben andere Menschen häufig, wenn sie dich das erste Mal sehen bzw. das erste Mal mit dir reden?
  2. Wie fühlst du dich bei der Vorstellung, dass im Prinzip jeder Mensch weltweit deine Gedanken und auch persönliche Dinge auf deinem Blog lesen kann?
  3. Wenn du dir eine Superkraft aussuchen könntest, welche wäre das dann?
  4. Wie ist die Reaktion deiner Freunde/ Familie/ Bekannten, wenn du ihnen von deinem Blog/ deinen Schreibprojekten erzählst (falls du ihnen überhaupt davon erzählst)?
  5. Würdest du lieber einen entspannten Urlaub mit Wellness, etwas Kultur und Party machen oder einen Abenteuerurlaub in der Wildnis inklusive Zelten, Wandern/Trekking und Überlebenstraining?
  6. Wenn du in einem beliebigen Paralleluniversum leben könntest, welches würdest du dir aussuchen und warum?
  7. Welche Erfahrung in deinem Leben hat dich bis heute geprägt?
  8. Wie gehst du beim Schreiben vor und müssen irgendwelche besonderen Voraussetzungen erfüllt sein, damit du dich so richtig in deine Geschichte hineinversetzen kannst?
  9. Welche Serie hast du als Kind am liebsten gesehen?
  10. Schreibst du lieber allein für dich, sozusagen hochkonzentriert, oder tauschst du dich gerne mit anderen Schreiberlingen aus?
  11. Was möchtest du auf jeden Fall in deinem Leben erreicht oder erlebt haben, bevor du stirbst?
Ich bin sehr gespannt auf die Antworten und nominiere:
  • Kate von Kate's little sweet Things
  • Anna von Anna Krethes Blog
  • Kim von Pumerogo's Blog
Ich hoffe, die Nominierten sind auch mit ihrer Nominierung einverstanden - ansonsten kurze Rückmeldung, dann nehme ich euch selbstverständlich wieder von der Liste.
Wünsche euch viel Spaß. :)


Sonntag, 7. Februar 2016

Schreibtagebuch vom 30.01.2016 bis zum 06.02.2016



Hier also nun der Eintrag zur ersten Schreibwoche - seit Beginn der Aufzeichnungen.
Zuerst findet sich eine Aufstellung zu jedem Tag, mit Kommentaren versehen, dann ein kleines Diagramm und zum Schluss ein abschließendes Fazit mit Ausblick auf die kommende Woche.

30.01.2016:
3.551 Wörter in Kapitel 13 (KdW) geschrieben

31.01.2016:
709 Wörter in Kapitel 13 (KdW) geschrieben

01.02.2016:
Ich habe mich dazu entschieden, meine Fortschritte auf dem Blog zu veröffentlichen; außerdem eine feste tägliche Schreibzeit festgelegt, die zwischen 19 und 20 Uhr beginnt und so lange dauert, wie ich Energie habe.
677 Wörter in Kapitel 13 (KdW) geschrieben - Heute weniger produktiv gefühlt (Aua, Kopfschmerzen...), dafür aber einige Formulierungen überarbeitet.

02.02.2016:
984 Wörter in Kapitel 13 (KdW) geschrieben - Ging heute sehr gut voran und ich habe mich richtiggehend inspiriert gefühlt (wovon auch immer), nur leider hatte ich wenig Zeit, da ich mich mit der Hausarbeit meiner Bruders auseinandersetzen musste.

03.02.2016:
Stressiger Tag, die Hausarbeit meines Bruders kontrollieren, Handouts erstellen, mit meinem Mann für seine Prüfung lernen und ein Erstgespräch für ein Praktikum führen - ich hatte heute keine freie Minute, um auch nur ein Wort zu schreiben oder einen Gedanken an mein Projekt zu richten. Trotz des überlasteten Tages fühle ich mich, als hätte ich nichts geschafft. Ich will schreiben...

04.02.2016:
759 Wörter in Kapitel 13 (KdW) geschrieben - Der Tag heute war nicht besser, genauso voll, schon wieder Hausarbeit durchgucken, mit meinem Mann lernen... Konnte dann aber abends eine Stunde frei machen, nur leider wurde ich immer wieder unterbrochen und inzwischen sind meine Augen so schwer... Ich will schreiben, aber muss schlafen.
Habe mich dazu entschieden (ich entscheide und entschließe sehr viel in letzter Zeit - yeah), für jeden Schreibtag meinen Lieblingssatz aufzuschreiben. Der heutige ist:
"Er war der finstere, gefährliche Auftragsmörder und würde es immer bleiben."
Eine recht einfache Aussage, aber es spiegelt ganz gut die Erkenntnis meiner Protagonistin wieder. Sie muss in letzter Zeit sehr viel grübeln...

05.02.2016:
Was für ein Tag. Oder sollte ich eher sagen, was für eine Nacht? Das erste Mal an der Schreibnacht teilgenommen und echt viel geschafft, auch für die weitere Entwicklung meines Projekts. Habe sowohl vor Beginn der Schreibnacht am Nachmittag als auch drei Etappen geschrieben. Bin hochmotiviert - und verdammt müde.
3.075 Wörter in Kapitel 13 (KdW) geschrieben

06.02.2016:
1.520 Wörter in Kapitel 13 (KdW) geschrieben - Kapitel 13 vorläufig abgeschlossen, eventuell wird es später, wie einige andere Kapitel auch, neu aufgeteilt, da es sehr lang geworden ist.
564 Wörter in Kapitel 14 (KdW) geschrieben - Nächstes Kapitel angefangen.
Ich schreibe im Moment vorwiegend, da ich mir vorgenommen habe, erst einmal bis zum Ende durchzuschreiben und dann alles zu überarbeiten - und nicht wie sonst das zwischendurch immer wieder zu tun und mit der Handlung nicht voranzukommen. Es fällt mir manchmal schwer, aber da die Geschichte in meinem Kopf steht, kann ich mich ganz des Schreibens erfreuen.
Heutiger Lieblingssatz (gestern vergessen):
"Diese Bastarde von Magiern scheinen eine Vorliebe für Explosionen zu haben."





FAZIT:
Ich habe so viel in einer Woche geschafft, wie schon lange nicht mehr - obwohl die Woche relativ stressig war wegen anderer Erledigungen. Besonders haben mir die mehr oder weniger festen Schreibzeiten dabei geholfen, die am späten Nachmittag oder am Abend anfingen. Außerdem habe ich bewusst weniger Zeit in "Nichts-Tun" investiert und mir den Tag in größeren Einheiten aufgeteilt, meine To-Do's umhergeschoben, um mehr Zeit für das Schreiben zu haben. Und ganz wichtig: Ich habe nichts mehr aufgeschoben. Vorher habe ich mir immer Dinge vorgenommen, sie aber immer wieder auf später verschoben - und häufig am Ende dann gar nicht mehr am gleichen Tag getan. Da ich nun mein Ziel besser vor Augen habe und auch mich selbst gefunden habe, konnte ich das zum Glück runterschrauben.
Meine neues Ziel für die Fertigstellung meines Romanprojekts "Kind der Wüste" liegt jetzt Ende März - zumindest was das Schreiben und die erste Überarbeitung angeht. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das schaffe, denn die Prüfungen und ein Praktikum stehen vor der Tür. Wenn ich aber wie auch schon diese Woche meine Zeit freiräumen kann, bin ich doch recht zuversichtlich.


Mittwoch, 3. Februar 2016

Schreibwerkstatt-Text: Der Tag deiner Träume





Hier ein weiterer kleiner Text, der in der Schreibwerkstatt entstanden ist. Das Thema: Beschreibe deinen perfekten Tag, wie du ihn dir vorstellst. Alles ist möglich. Da wir nur wenige Minuten Zeit hatten, verläuft besonders das Ende etwas zu schnell, ist etwas zu hastig geschrieben. Die Aussage dahinter aber bleibt, so hoffe ich, erkennbar: Die Flucht aus dem Alltag und vor sozialen Phobien in die eigene Welt. Der Mörder, die Wüste, der Skall und der Drache - sie alle gehören dem Setting meines derzeitigen Projektes an. Ob ich mir nun wünsche, tatsächlich dort zu sein, in meinem Roman, oder mich einfach nur ans Schreiben gesetzt habe, verrate ich nicht...

Es regnete in Ströme. Seufzend sah ich aus dem Fenster, während ich mir meine Jacke überzog. Die Entscheidung, mit dem Fahrrad oder dem Bus zu fahren, sollte mir eigentlich leicht fallen. Trotzdem zögerte ich. Ich hasste es, eingequetscht zwischen Menschen zu stehen, das Lachen und die Unterhaltungen um mich herum, der laute Verkehr, der das Gedankenflüstern erstickte. Nein, ich hasste es nicht - ich hatte Angst. Dennoch schlug ich den Weg zur Bushaltestelle ein, reihte mich ein, zwischen die grauen Gestalten, verwaschen im Regen. Alle Umrisse verschwammen zu einem Meer und ich sah dem Regen dabei zu, wie er die Straße hinabspülte.
Beinahe entging mir, dass der Bus heranrauschte, hielt und alle dem Eingang entgegen drängten. Wenige Sekunden später schlossen sich die Türen hinter dem letzten mühsam hineingequetschten Menschen. Dann sah ich dem Bus nach, wie er ohne mich davonfuhr. Ich wurde zurückgelassen; die graue, schemenhafte Menge hatte mich vergessen.
Ich sah zur anderen Straßenseite herüber, überlegte, ob ich einfach wieder nach Hause gehen sollte, bevor der Regen durch meine verschlissenen Schuhe dringen konnte. Als ich die Gestalt bemerkte, die mir dort gegenüber stand und mich unverwandt anstarrte, erstarrte ich. War das...? Die Narben in seinem Gesicht, die Schatten unter seinen Augen, der ernste, düstere Ausdruck ließen keinen Zweifel. Er war es, der aus den Messergruben entflohene Mörder mit der zerbrochenen Seele - Arrak.
Doch wie konnte das sein?
Plötzlich existierte alles und nichts mehr um mich herum. Ich ging über die Straße, die keine Straße mehr war. Ich setzte meine Schritte auf den nassen Asphalt und er verwandelte sich in heißen Wüstensand. Dort war kein Auto mehr, sondern eine Echse mit katzenartigem Körperbau - ein Skall.
Arrak zückte seine Dolche und blickte in die Ferne.
"Es wird Zeit", knurrte er.
Die Schwingen eines mächtigen Drachen verdunkelten die sengende Mittagssonne.
"Ja", hauchte ich nur und wir setzten unsere Reise fort.

Montag, 1. Februar 2016

Von der Idee zum (fertigen) Konzept: Plot, Charaktere und Welt



Ideen aufschreiben


Ein neues Projekt beginnt mit einer Idee. Manchmal ist es nur eine Kleinigkeit, ein Detail, das einem im täglichen Leben begegnet und plötzlich zu einer Geschichte inspiriert. Das idyllische Naturbild im Park, die Besichtigung eines alten Schlosses oder nur die neugierige Nachbarin, die aus dem Fenster schaut und hinter der Tür lauscht. Manchmal kommt die Inspiration auch von Ideen Anderer - aus Büchern, Filmen, Spielen - und man fragt sich; Was wäre wenn? Was wäre... Wenn es eine Zaubererschule in Deutschland geben würde? Oder nicht Eragon Saphiras Ei gefunden hätte? Oder Mörder nicht die Bösen sind, sondern einem höheren Ideal dienen?


Idee und Impuls


Diese Idee, egal woher sie auch kommen mag, ist der Impuls. Er verleitet dazu, Gedanken weiterzuspinnen, sich in neue Situationen hineinzuversetzen und füllt Kleinigkeiten mit Leben. Doch wir alle wissen, dass es viel mehr erfordert, den Plot dann sowohl weiterzuentwickeln als auch niederzuschreiben. Zwar kann man versuchen, seine Idee an den Anfang einer Geschichte zu setzen und diese dann nach Belieben weiterzuführen, doch läuft man dabei häufig Gefahr, sich zu verrennen, irgendwann festzustecken und die Fäden nicht mehr in der Hand zu halten.

Nach dem Impuls sollte also die Planung kommen - die eigentliche Ideensammlung und -findung. Der Impuls wird durch verschiedene Rahmenkonstruktionen und Fundamente eingebettet und untermauert. Dabei ist es jedem Schreiberling selbst überlassen, wie viel Zeit und Aufwand er in dieses Konstrukt stecken möchte: Einige schreiben lieber aus dem Moment heraus, Andere müssen einen Roten Faden haben, dem sie folgen können, um sich wohl zu fühlen. Ich persönlich muss zumindest die wichtigsten Punkte des Plots geplant haben, um beim Schreiben in einen ungestörten Flow zu kommen.
Dazu zählen für mich auf jeden Fall der Anfang, aber auch das Ende.


Anfang und Ende


Vor allem, wenn man ein neues Projekt beginnt, hat man das Ende noch nicht im Kopf. Ich frage mich nun: Warum nicht? Es ist sowohl für den eigenen Schreibprozess als auch für die Geschichte und ihre Charaktere selbst wichtig zu wissen, worauf die ganze Handlung hinauslaufen soll. Man muss daran glauben, auch bis zum Ende durchzuhalten und zu schreiben. Da hilft es, dieses Ende in den Blick zu nehmen. Für die Protagonisten eines Romans gilt, dass sie die Geschichte antreiben, weil sie etwas Bestimmtes erreichen wollen. Erreichen - sowohl der Weg als auch das Ziel zählen für diesen Prozess. Natürlich muss einer Figur nicht zwangsläufig schon zu Beginn klar sein, wie es für sie ausgehen wird. Erstens würde das der Geschichte die Spannung nehmen und zweitens sind es gerade diejenigen Charaktere, die sich im Laufe der Handlung entwickeln und herausbilden, die faszinieren. Doch der Schreiberling sollte sich dessen bewusst sein - natürlich mit einem gewissen Spielraum, der Handlungsmöglichkeiten offen lässt.


Zwischenstationen


Das ist auch wichtig, um die Zwischenstationen inklusive Wendepunkt zu planen. Ich neige dazu Geschichten zu schreiben, die eine Heldenreise beinhalten. Die wichtigsten Stationen und Ereignisse dieser Reise überlege ich mir schon von vornherein. Das hat einerseits den Sinn, zu wissen, was dem Protagonisten an welcher Stelle begegnet und inwiefern er an dieser Begegnung wächst oder einen Rückschlag erhält, andererseits begrenze ich mich dadurch selbst. Im Laufe der Reise meines Helden fallen mir nämlich immer mehr Dinge ein, die ihm passieren könnten - oft eher unrelevante Aspekte für die eigentliche Handlung, die ein ohnehin schon umfangreiches Projekt in die Länge (und Seitenzahlen) ziehen. Meistens haben zu viele nicht zusammenhängende Ereignisse auch einen negativen Effekt auf den Leser, der sich erschlagen oder nach einiger Zeit sogar gelangweilt fühlt. Wenn ich mir aber schon vorher überlegt habe, was wichtig genug ist, um es in der Reise unterzubringen, kann ich der Versuchung einer weiteren interessanten Begegnung leichter entgehen.
(Interessante Begegnungen beinhalten übrigens meist interessante Nebenfiguren, die zusätzlich ausgearbeitet werden wollen. Das wiederum erhöht die Besetzung des Romans um weitere Personen - ein richtiger Teufelskreis.)

Ausnahmen mache ich nur, wenn sich aus der Entwicklung der Protagonisten zusätzliche Szenen ergeben oder ein tatsächlich genialer Einfall dazwischen funkt. Manchmal schiebe ich auch Details ein, ohne sie erzählerisch darzustellen und auszuschmücken. Sie existieren, um die (Fantasy-)Welt zu bereichern und lebendig werden zu lassen.


Wendepunkte


Eine Sonderstellung unter den Zwischenstationen nehmen die Wendepunkte ein - ob einer oder gleich mehrere, das hängt von der Geschichte ab. Wir haben inzwischen einen Start- und einen Zielbahnhof und dazwischen Stationen, die wir anfahren möchten. Auf dem gedanklichen Gleis, das war gerade erschaffen haben, sind Wendepunkte die Weichen: Der Weg verzweigt sich und es wird erst durch eine bewusste Entscheidung gewählt - eine Entscheidung für den einen, und gegen den anderen Weg. Man sollte darauf achten, die Entscheidung des Protagonisten sowohl mit der vorhergehenden Handlung begründen als auch mit der nachfolgenden Handlung vereinbaren zu können. Ausnahmen sind beispielsweise gewaltsame Eingriffe von außen: Der Protagonist wird plötzlich entführt. Aber auch in solchen Fällen ist es meines Erachtens wichtig, diesen plötzlichen Eingriff zwar spannend und unerwartet für den Leser zu gestalten, aber auch logisch begründen zu können. Ich versuche dabei Plots zu vermeiden, die nur ihrer selbst wegen existieren, aber weder die Geschichte noch die Welt und ihre Bewohner bereichern. Natürlich macht es Spaß, bestimmte Szenen zu schreiben, aber wenn sie nicht in das derzeitige Projekt passen, behalte ich sie lieber im Hinterkopf und benutze sie vielleicht als Impuls für eine neue Geschichte.


Charaktere


Die Entwicklung der Charaktere, die in den bereits geplanten Punkten auftauchen (noch einmal: Anfang, Wendepunkt, Zwischenstationen, erneuter Wendepunkt, Ende), erledige ich gleichzeitig. So versuche ich den ambivalenten Fall zu den Plots zu umgehen: Ich möchte die Figuren schon in der Planung so gut wie möglich in die Welt und den Plot einbauen, damit nichts fehl am Platze oder aufgezwungen wirkt. Ich überlege mir, welche Personen oder Personengruppen an den verschiedenen Stellen gebraucht und wann und wie sie eingeführt werden. Das war es meistens auch schon. Die Ausformung der Charaktere, ihre Macken, Stärken, Schwächen und äußerlichen Merkmale, erarbeite ich erst im Schreibprozess, wenn ich in dieser Situation gemeinsam mit dem Protagonisten auch wirklich drin stecke. Außerdem möchte ich mich mit einer anfänglichen Planung zwar absichern, aber nicht einschränken: Einige Mauern kann man immer noch abreißen und anderswo wieder aufbauen, die Fundamente und Stützbalken aber müssen bestehen bleiben. Verrückt oder entfernt man sie, wirkt sich das aufs ganze Gebilde aus - man muss es neu planen und aufbauen.


Die Welt


Plot, Figuren... fehlt noch die Welt. Auch diese versuche ich in die Planung zu integrieren und wieder gilt der Vorsatz: Genug vorausplanen, um darauf aufbauen zu können, aber nicht zu viel, um sich vor dem Schreiben zu drücken. Spielt meine Geschichte zum Beispiel ausschließlich in den Mienen, im Königreich der Zwerge, ist es nicht unbedingt notwendig, den hundert Meilen entfernten Elfenwald und die Kultur der dort lebenden Elfen zu entwerfen - solange das in der Geschichte keine Relevanz besitzt. Natürlich mache ich das für mich selbst, weil es mir Spaß macht, dann muss ich es aber auch von meinem derzeitigen Projekt abgrenzen können. Kommt beispielsweise ein Gesandter des Elfenvolkes zu den Zwergen, aus eben jenem Elfenwald, spielt in dem Moment nicht sein gesamter Hintergrund und seine weit entfernte Heimat eine Rolle. Da der Weltenbau ein weit verzweigtes Thema ist und mir noch viele andere Aspekte dazu einfallen, würde ich gerne irgendwann, in einem anderen Blogeintrag, darauf zurückkommen.


Planen


Jetzt habe ich ziemlich ausführlich beschrieben, was ich plane, bin aber noch nicht darauf eingegangen, wie ich das tue.

Ganz einfache Antwort: Mit Stift und Papier. Mir fällt es leichter, meine Gedanken einfach runterzuschreiben, als umständliche Grafiken zu entwerfen. So ist es auch weniger umständlich, etwas hinzuzufügen, sollte mir noch etwas zwischendurch einfallen. Manchmal male ich auch Mindmaps oder Charakter-Portraits und Landkarten. Da ich mich aber von Mindmaps zu sehr eingeschränkt fühle und für Zeichnungen nicht genügend Talent besitze, bleibe ich meistens beim klassischen Notizbuch. Oft denke ich mir die Karten auch erst während des Schreibens aus und füge sie nur als Skizze zu meinen Notizen hinzu. Geschöpfe und Menschen versuche ich so gut es mir eben gelingt so aufzuzeichnen, wie ich sie mir vorstelle - das mache ich aber nicht jedes Mal und nur für mich; eine Art kleines Lexikon zu der Welt, die ich erschaffe.

Nun, so geht es mir, aber es wird sicherlich Viele geben, die das anders handhaben und damit glücklich sind und weiterkommen. Man kann sich aber wohl darauf einigen, dass Gedanken, wenn sie strukturiert werden wollen, aufgeschrieben werden sollten - allein schon, damit man seine Ideen nicht wieder vergisst.

Bei der Ideensammlung lasse ich mir oft einige Tage Zeit, um neuen Einfällen Raum zu geben und Konzepte zu überdenken. Wenn ich gerade an einem anderen Projekt schreibe, müssen diese Ideen auch schon mal monatelang auf ihren Einsatz warten. Das prüft sie aber aufs Exempel: Befinde ich sie selbst nach einem halben Jahr noch als gut genug, um Mittelpunkt eines neuen Projekts zu werden, die Geschichte tatsächlich zu schreiben, hat sich die Zeit und Energie für ihre Entwicklung gelohnt. Dann werden sie wohl etwas taugen.